Kaum etwas in Ihrem Leben wird Sie so herausfordern, wie ein Hauskauf. Dieses Vorhaben wird nicht nur die größte finanzielle Investition sein, die Sie vermutlich jemals tätigen werden, sondern auch Ihre Art zu leben nachhaltig verändern.

Der Schritt aus der Mietwohnung und der Abhängigkeit in eine freibestimmte Zukunft wird Ihnen völlig neue Perspektiven eröffnen. Allerdings gilt es, viele wesentliche Dinge zu beachten, bevor Sie sich für den Kauf eines bestimmten Hauses entscheiden können.

Bedenken Sie bereits jetzt, dass ein Gebäude nichts ist, dass im Nachhinein einfach wieder zurückgegeben werden kann. Haben Sie einmal den Kaufvertrag unterschrieben, sind Sie unter Umständen eine lebenslange Verpflichtung eingegangen.

Daher ist es erforderlich, dass alle Beteiligten – also Sie selbst und Ihre ganze Familie – mit dem jeweiligen Objekt zufrieden sind. Um dies sicherzustellen, sollten Sie sich mit Ihren Lieben an einen Tisch setzen und alle Wünsche und Vorstellungen in einem ausführlichen Gespräch zusammentragen.

Stellen Sie sich vor, was geschehen würde, wenn Sie ein Haus auf eigene Faust kaufen und Ihren Angehörigen beispielsweise die Umgebung nicht gefällt oder gar das ganze Gebäude nicht zusagt. In solchen Verhältnissen ist eine glückliche Existenz einfach nicht möglich und es breitet sich unvermittelt Stress aus, welcher am Ende sogar Ihre Beziehung gefährden kann.

Gehen Sie dieses Risiko nicht ein, sondern handeln Sie Hand in Hand und stellen Sie sich gemeinsam folgende fünf Fragen …

1. Welcher Haustyp wird von Ihnen und Ihrer Familie gewünscht?

Zuallererst müssen Sie und Ihre Angehörigen sich darüber im Klaren sein, welche Art von Haus Sie eigentlich erwerben wollen. Wenn Sie große Grundstücke und eine hohes Maß an Privatsphäre schätzen, dann ist das Einfamilienhaus sicherlich eine gute Option für Sie.

Bevorzugen Sie eine gute Nachbarschaft und wohnen Sie mit anderen Menschen gern Tür an Tür, dann könnte zu Ihnen auch das Reihenhaus passen.

Ein Doppelhaus bietet sich dann an, wenn Sie als junge Familie viel Freiraum suchen, aber dennoch auf weiter Flur nicht alleine leben wollen. Hier besteht immer die Möglichkeit, dass in der zweiten Haushälfte bereits eine Familie mit Kindern wohnt, sodass auch ein stetiger sozialer Kontakt für Ihren Nachwuchs gesichert ist.

Doch bei allen Vorteilen, welche sich unweigerlich durch die verschiedenen Hausarten bieten, sollten Sie auch immer die Nachteile im Blick haben, denn diese sind es, die erheblich an Ihren finanziellen Reserven zerren können.

So müssen Sie in einem freistehenden Einfamilienhaus natürlich mit erheblich höheren Heizkosten rechnen. Auch kann eine anfallende Sanierung der Fassade sehr ins Geld gehen. Bedenken Sie zudem, dass die Grundstückssteuer bei sehr viel Land auch erheblich höher ausfällt. Der gewünschte Freiraum verursacht also unweigerlich neue Kosten.

Beim Erwerb eines Doppelhauses sollten Sie in jedem Fall darauf achten, dass Sie stets vollständigen Zugang zu allen wesentlichen Punkten haben.

Was nützt Ihnen das schönste Wohngefühl, wenn die defekte Heizungsanlage im Keller Ihres Nachbarn steht, Sie sich mit diesem aber nicht verstehen und er Ihnen den Zugang verweigert? Auch sind Reibereien und Spannungen ein häufiges Problem, denen oft nicht so leicht aus dem Weg gegangen werden kann.

Das Reihenhaus spart natürlich immense Kosten bei der Heizungsanlage, denn auf beiden Seiten ist in der Regel ein weiteres Gebäude angebaut. Allerdings müssen Sie sich hier wohl oder übel damit abfinden, dass die Grundstücke um einiges kleiner ausfallen, als dies beim Doppel- oder gar Einfamilienhaus der Fall ist.

2. Wie groß sollte Ihr Haus sein?

Die Größe eines Gebäudes richtet sich natürlich nach Ihren eigenen Bedürfnissen. Doch denken Sie dabei nicht nur an das Heute, sondern planen Sie auch für die Zukunft.

Was ist, wenn sich plötzlich Nachwuchs einstellt und Sie nicht über den ausreichenden Platz verfügen? Im umgekehrten Fall könnten Ihre Kinder ab einem gewissen Alter aber auch plötzlich flügge werden und das Elternhaus verlassen, sodass dann ungenutzte Räume brach liegen.

Bedenken Sie dabei, dass Sie für diese Räume dennoch Heizkosten zahlen müssen, selbst wenn Sie die Türen stets verschlossen lassen. Die warme Luft zieht durch alle Ritzen und sorgt so für einen stetig höheren Energiebedarf.

Wenn Sie Ihre geschäftlichen Aktivitäten auch von Zuhause aus weiterführen, dann ist natürlich ein eigenes Arbeitszimmer von Vorteil. Beziehen Sie auch diesen Aspekt unbedingt in Ihre Planungen mit ein, denn erst im Nachhinein einen Raum entsprechend umzugestalten oder aus Platzmangel gar eine bautechnische Veränderung durchzuführen, kann Sie finanziell sehr stark belasten.

Zudem sollten Sie sich darüber Gedanken machen, ob jedes Kind ein eigenes Zimmer benötigt oder ob sich jüngere gleichaltrige Familienmitglieder einen Raum teilen können.

Führen Sie sich stets vor Augen: Je mehr Platz sie beanspruchen, desto höher fallen Ihre Ausgaben bei den Nebenkosten aus.

Überdenken Sie auch, ob Sie unbedingt einen Keller benötigen. Sollte dies nicht in jedem Fall erforderlich sein, dann verzichten Sie lieber auf einen Unterbau, denn auch dieser verursacht nur unnötige Zusatzkosten.

Kalkulieren Sie Ihr Budget, denn nur wenn Sie exakt planen, lässt sich festlegen, wie viel Haus Sie sich tatsächlich leisten können.

3. Wie groß sollte das Grundstück sein?

Ein großes Grundstück bietet sich für Sie natürlich dann an, wenn Sie einen eigenen Garten anlegen möchten. Aber auch wenn ein Hund im Haushalt lebt, kann es sehr von Vorteil sein, wenn dieser selbstständig das Gebäude verlassen kann.

Doch führen Sie sich auch die Kehrseite der Medaille vor Augen. Sicherlich mag es eine wundervolle Vorstellung sein, im Sommer im Freien zu grillen oder gar am Lagerfeuer zu sitzen. Aber benötigen Sie hierfür wirklich so viel Platz?

Nicht nur das Gebäude selbst, auch das Grundstück muss ständig gepflegt werden. Wenn Sie einen Garten anlegen, so muss in diesem auch Unkraut gejätet und die einzelnen Pflanzen müssen unter Umständen bewässert werden.

Sollte diese Art von Aktivität nicht wirklich Ihren Vorstellungen entsprechen, können solche Arbeiten schnell zu einer lästigen Pflicht werden. Bedenken Sie, dass die Rasenfläche bei einem großen Grundstück stets gemäht werden muss.

Hier sollten Sie bereits im Vorfeld klären, wer die Gartenarbeit erledigt und ob eine solche Anlage wirklich im Interesse aller liegt.

4. Wo sollte das Traumhaus stehen?

Egal ob Sie ein Haus kaufen oder bauen wollen – das entscheidende Kriterium ist stets die Lage.

Versuchen Sie, sich einfach vorzustellen, dass Sie jeden Tag in einer Umgebung leben müssen, in der Sie sich nicht wohlfühlen. Auf diese Weise können Sie und Ihre Familie niemals ein zufriedenes Leben führen, denn Sie werden sich stets nach dem sehnen, was Sie nicht haben.Die Konsequenz daraus kann erheblicher Stress sein, welcher sogar zu Streitigkeiten in der Beziehung führen kann.

Schon so mancher falscher Hauskauf hat eine bis dahin glückliche Partnerschaft in den Abgrund gerissen.

Überlegen Sie daher gemeinsam mit allen Beteiligten im Vorfeld genau, wo sich Ihr neues Domizil befinden soll.

Dabei ist ein wesentliches Kriterium, ob Sie eine zentrale Lage bevorzugen oder doch eher in einer ruhigen Umgebung wohnen möchten. Beachten Sie hierbei aber unbedingt die vorhandene Infrastruktur.

Liegen alle erforderlichen Leitungen wie etwa eine schnelle Internetverbindung oder gar ein Kabelanschluss vor? Sind Schulen, Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten und Ihr Arbeitsplatz schnell zu erreichen? Sie werden sicherlich keine Vorteile eruieren, wenn Sie täglich mehrere Stunden zwischen Arbeit und Wohnort pendeln müssen.

Führen Sie sich auch den demografischen Faktor vor Augen. Versuchen Sie zu ermitteln, wie es um den Altersdurchschnitt in der besagten Gegend bestellt ist. Wenn Sie Kinder haben, so ist es sicherlich nicht förderlich, wenn diese nur zwischen Rentnern aufwachsen.

5. Wie viel Haus können Sie sich leisten?

Diese Frage stellt den Kernpunkt all Ihrer Überlegungen dar. Selbst wenn Sie das schönste Haus gefunden haben, nützt Ihnen dieses nichts, wenn Sie nicht über ausreichend Kapital verfügen, um es zu erwerben.

Daher gilt es schon vor der Suche nach Ihrem Traumhaus, die Ihnen zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel festzulegen.

Hierzu sollten Sie zu Beginn all Ihre Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen. Durch diesen Schritt können Sie genau bestimmen, wie groß Ihr finanzieller Spielraum ausfällt.

In keinem Fall dürfen Sie sich dabei selbst belügen. Nur weil die Zahlen ergeben, dass Sie hier noch 100 Euro sparen und dort noch 200 Euro mehr an Einnahmen erwirtschaften können, heißt dies noch lange nicht, dass Sie eine Mehrbelastung von weiteren 10.000 Euro verkraften.

Reden Sie sich die Zahlen in keinem Fall schön, denn dies könnte dazu führen, dass Sie in eine heikle finanzielle Lage geraten werden, aus welcher Sie unter Umständen nur mit Schulden wieder herauskommen.

Wenn Sie diese fünf Punkte beachten, dann können Sie sich vor bösen Überraschungen schützen und schwerwiegenden Fehlern vorbeugen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg beim Kauf Ihres Hauses.